Samstag, 27. März 2010

En Espana!

Freitag morgen, 4.15h. Unser Wecker klingelt. Eine Stunde später sitzen wir im Auto - irgendwie haben wir es im Halbschlaf geschafft, zu duschen, uns anzuziehen und zu frühstücken. Nachdem die letzten Kleinigkeiten im Auto verstaut sind, geht es endlich los. 
Zwischen dem Start und heute, wo wir im Sonnenschein auf der Terasse sitzend frühstücken, liegt ein langer Weg... ziemlich genau 1665 km Strecke.

Doch von vorn: Noch im Dunkeln, aber mit Vogelgezwitscher starteten wir also am Freitag morgen gegen 5.15 Richtung Straßburg. Im Schwarzwald säumten noch relativ viele Schneereste den Wegrand und das Thermometer zeigte Temperaturen nur wenig über 0° an. Durch die frühe Zeit hatten wir das Glück einen wunderschönen Sonnenaufgang zu erleben. Die ersten zwei Stunden fuhr Conni; nach der Grenze mussten wir die erste Pause einlegen, und nutzten die Gelegenheit, zu tauschen. Man merkte, ohne dass es eine wirklich Grenze gab, sehr schnell, dass es nun Frankreich war: Nicht nur die Straßenschilder waren enders, es fuhren andere Autos, die Parkplätze waren um einiges weniger sauber und auch die Straßen schienen uns nicht so gut.
Kaum hatte Sebastian das Steuer übernommen kamen wir in einen sintflutartigen Regen - während Conni auf dem beifahrersitz seelenruhig schlummerte, kämpfte er mit Aquaplanning und einer minimalen Sichtweite... Unser Weg führte uns an Dijon vorbei, von dort aus nach Lyon, wo es dann endlich immer besseres Wetter wurde. Nach 6 Stunden Fahrt legten wir den nächsten Fahrertausch ein, und Conni fuhr uns geradewegs ins gute Wetter! ;-) Bei Montpellier war das Wetter nicht nur hervorragend, wir sahen die ersten Möwen und Palmen - das Meer war nicht mehr weit!
Die nächste Grenze war, im Gegensatz zur deutsch-französischen, nicht nur deutlich zu erkennen, es gab sogar Grenzposten, die uns aber freundlich durchgewunken haben - wir scheinen wohl doch ganz vertrauenswürdig auszusehen!?
Nachdem die Fahrt - bis auf den Regen - ja bislang recht unspektakulär verlaufen war, hatten wir kurz vor Barcelona dann doch noch ein kleines "Abenteuer"... Dank des lustigen Spieles, das Rieke uns zur Unterhaltung geschenkt hatte, achtete Conni nicht mehr so ganz genau auf die Tankanzeige und wurde erst darauf aufmerksam, als das Tankreserve-Licht anging. Das Auto gab uns eine Reichweite von ca 55km an, von der wir annahmen, dass sie uns problemlos bis zur nächsten Tankstelle reichen würde. 
Es kam aber erstmal keine, und irgendwann zeigte das Auto keine km-Angabe mehr an, sondern nur ein recht beunruhigendes Bild eines Autos mit Zapfhahn, das gar nicht mehr weg ging... Zum Glück sahen wir ziemlich genau zu dem Zeitpunkt ein Schild am Strassenrand, das uns anzeigte, die nächte Tankstelle sei in etwa 1km. Prima - wir waren uns sicher, das zu schaffen. Wir hätten es auch völlig problemlos geschafft, hätte Conni nicht gerade an der Stelle, an der die Ausfahrt zur Tankstelle war, 3 Lastwagen überholt... Mist - also weiter, ganz langsam, Klimaanlage, Radio, alles ausschalten, was Energie braucht. Langsam wurde vor allem Conni panisch. Also zückte Sebastian das Navi, suchte die nächstgelegene Tankstelle - 7km, sagte das Navi. Nagut, das sollte wohl zu schaffen sein... Es kam aber keine!
Da wurde uns klar, dass das Navi nicht nur diejenigen anzeigte, die an der Autobahn liegen, sondern auch die, die etwas abseits der Strecke in Orten außerhalb der Autobahn sind. Da uns wirklich völlig egal war, von woher wir Benzin bekamen, haben wir das Navi so eingestellt, uns zur nächsten "gasolinera" zu führen - 2 km weit weg von uns sollte diese sein. Also runter von der Autobahn, rein in den Ort, immer den Angaben des Navis folgen - was das Navi nicht wusste, war aber, dass der Ort gerade großen Baumaßnahmen unterliegt und praktisch keine der Strassen, die unser liebes Navi kannte, noch in der Form existieren oder befahren werden durfte. Inzwischen wirklich ziemlich panisch, fragten wir dann einfach die nächstbesten Passanten, die wir sahen, 2 junge Leute, die so schnell sprachen, dass wir mehrfach nachfragen mussten. Unsere erste Bewährungsprobe für unsere Spanisch-Kenntnisse (sie haben sich nicht so sehr bewährt ;-)). ABER: Wir fanden die Tankstelle!! Und das Auto konnte voll gefüllt werden! Puh... vor Barcelona mit leerem Tank liegen zu bleiben, wäre echt blöd gewesen...
So konnte die Fahrt aber weiter gehen!
Nach ca 6 Stunden, die Conni dann auch schon wieder gefahren war, vertraten wir uns nocheinmal kurz die Beine, Sebastian setzte sich für die letzten Kilometer ans Steuer und fuhr uns sicher und schnell nach Hause - nach Hause, weil wir im Moment, bis wir in Alicante WG-Zimmer gefunden haben, sehr dankbar den Luxus genießen, im Ferienhäuschen von Connis Eltern sein zu dürfen.
Dort weckte uns heute morgen strahlender Sonnenschein, der Wind rauschte durch die Palmen, 17° im Schatten und der Blick aufs Meer... 
Gleich werden wir uns auf den Weg Richtung Calpe machen, um dort auf dem Markt viel frisches Obst zu kaufen. Danach gehts evtl weiter nach Alicante, wo wir Anna-Lisa treffen wollen, eine Kommilitonin, die gerade 6 Monate in Alicante verbracht hat und am gleichen Krankenhaus gearbeitet hat, an dem wir ab Montag sein werden. Tipps und Ratschläge kann man ja immer brauchen!

Bis zum nächsten Mal schicken wir Euch sonnige Grüße und wünschen allen ein schönes Wochenende!

C und S