Hola aus Alicante!
Der Umzug nach Alicante ist nun vollständig vollzogen und wir haben uns nach unserer ersten Woche hier schon richtig gut eingelebt.
Spät am Dienstagabend haben wir dann auch Sebastians Mitbewohner kennengelernt, als diese gegen 22h aus Madrid ankamen. Es ist ein Pärchen, dass sich, wie wir im Laufe der Woche noch rausgefunden haben, vor ca 2 Wochen in Madrid kennen- und lieben gelernt haben und jetzt sofort in Alicante zusammengezogen sind. (ja ihr habt richtig gelesen!) Sie ist eine polnische Erasmus-Studentin, die eigentlich Spanisch und Italienisch studiert, hier in Elche aber ein Journalismus Semester macht. Ihr Freund hat einen Abschluss in Wirtschaft, muss aber um in Spanien arbeiten zu können erst noch ein spanisches Examen machen. Wir lassen uns also mal überaschen, wie sich das innerhalb der nächsten 2 Monate so entwickelt...
Die nächsten Tage haben wir dann sowohl bei Conni, als auch bei Sebastian verbracht, und haben auch Connis Mitbewohner näher kennengelernt. Insgesamt wohnen noch 3 weitere Personen mit Conni zusammen, ein Portugiese und ein kanadisches Pärchen. Der Portugiese Paolo ist so weit wir das bis jetzt beurteilen können sehr nett, allerdings so gut wie nie zu Hause, so dass wir ihn immer nur für wenige Sekunden bis Minuten gesehen haben. Nicole und Rafael, das kanadische Pärchen (wobei sie ursprünglich aus Beijing und er aus Malta kommt), sind sehr nett und wir haben dieses Wochenende schon einiges mit den beiden unternommen.
Am Freitag haben wir uns von den beiden in das hiesige Nachtleben einführen lassen. Nachdem wir uns in der Wohnung bei Whisky etwas ausführlicher unterhalten haben, sind wir gegen 1.30h losgezogen, um das Szeneviertel Alicantes zu erkunden. Das "Barrio", wie es genannt wird, ist nur ca 10 Minuten zu Fuss entfernt und bietet eine Menge Bars und Clubs. Da es auch zu so später Stunde noch sehr mild hier ist, sind aber nicht nur die Bars selber gut gefüllt, sondern auch die kleinen Gässchen dazwischen sind voller junger Leute, die gut gelaunt miteinander lachen und tanzen. Man hat wirklich das Gefühl, dass das ganze Viertel Party macht und es eigentlich egal ist, ob und wo man denn jetzt reingeht, eine wirklich sehr angenehme und entspannte Atmosphäre.
Allzu spät haben wir es dann aber nicht mehr werden lassen, da wir am nächsten Tag einen Ausflug geplant hatten und somit nicht bis in die Puppen ausschlafen konnten. Am Freitag hatte Connis Oberarzt ihr den Tipp gegeben, dass in Alcoy, einem Ort ca 1h von Alicante entfernt an diesem Wochenende "Moros y Christianos" stattfinden würde. Das ist eine Erinnerung an die Kämpfe zwischen den Christen un Mauren an der Küste Spaniens im Mittelalter und findet zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr in fast jeder Stadt hier an der Costa Blanca statt. Die Feiern in Alcoy sind wohl nicht irgendeins dieser Festivals, sondern DAS Festival überhaupt. Selbstverständlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen!
Also haben wir uns am Samstagmorgen mit Nicole und Rafael auf den Weg nach Alcoy begeben. Der Tag war perfekt für diesen Ausflug, strahlender Sonnenschein, nicht eine Wolke am Himmel und ein leichter Wind. In Alcoy angekommen haben wir das Spektakel schon lange bevor wir es sehen konnten, gehört. So war es dann auch ein leichtes für uns den Schauplatz des Spektakels zu finden, einfach dem Gehör nach.
Es hat auch nicht lange gedauert, bis wir die ersten in prachtvolle Kostüme gekleideten Menschen gesehen haben, wie sie Sich ihren Weg durch die Strassen gebahnt haben. Die Moros und Christianos kamen in organisierten Gruppen aus nahezu allen Richtungen der Stadt und hatten alle das gleiche Ziel: Den Marktplatz im Zentrum, wo die Burg, also das Symbolische Ziel der Kämpfe lag. Mit viel Lärm und Rauch aus den Vorderladern der Krieger, die mit Schwarzpulver gefüllt wurden und immer wieder in die Luft abgefeuert wurden, schlängelte sich also alles auf den Höhepunkt an der Burg zu. Auf dem Burgvorplatz kam es dann zum Showdown zwischen den beiden Völkern, einem gut inszenierten Schwertkampf zwischen den Häuptlingen, der mit der Eroberung der Festung durch die Moros endete. Ein wirklich beeindruckendes Spektakel.
Später am Tag wurde der Kampf dann noch weitergeführt und die Christianos haben endgültig gewonnen.
In der Zwischenzeit hatten wir uns aber schon auf den Weg nach Guadalest gemacht, was Rafael uns als wunderschönen Ort in den Bergen angekündigt hatte.
In der Zwischenzeit hatten wir uns aber schon auf den Weg nach Guadalest gemacht, was Rafael uns als wunderschönen Ort in den Bergen angekündigt hatte.
Er hat Recht! Allein der Weg von Alcoy nach Guadalest war wunderschön, unendlich lange Serpentinen durch die Berge Spaniens mit nichts als Natur um uns herum. Nachdem wir einige kleine Bergdörfer passiert hatten, haben wir schon von weitem unser Ziel gesehen: Ein Castell, dass auf einer Anhöhe über einem Stausee thront! Ein beeindruckender Anblick! Natürlich sind wir noch zum Castell gegangen und haben den Ausblick von dort oben genossen. Am Fusse des Castells der hellgrün schimmernde Stausee, der Blick durch die Bergtäler mit den kleinen Nachbardörfern, oder einfach nur die leichten Wolken über den Berggipfeln, wirklich wunderschön!
Nach einem Mittagssnack im Burgrestaurant haben wir dann unsere Heimreise angetreten und diesen tollen Tag abgeschlossen. Das letzte Abenteuer an diesem Tag erwartete uns dann in Alicante... Einen Parkplatz in der Nähe zu finden, auf dem man auch für längere Zeit stehen bleiben darf... aber auch das ist uns nach einiger Zeit gelungen und wir konnten uns noch einen gemütlichen Abend machen.
Wir hoffen, ihr habt bis zum Ende durchgehalten und nicht mittendrin die Waffen gestreckt! Wir werden uns gleich zum Strand begeben und das schöne Wetter geniessen.
C und S