Hola queridos!
Hiermit melden wir uns zurück! Einmal hier im Blog, wir haben schon so lange nicht mehr berichtet, aber auch zurück in Alicante nach einem klasse Wochenende in Madrid!
Die darauf folgende Woche war unspektakulär und wurde nur dadurch "unterbrochen", dass Sebastian eine neue Mitbewohnerin bekam, eine Ungarin, die sich in der WG gleich beliebt machte und für uns kochte! Lecker war's!
Am Freitag nach der Arbeit ging es dann los. Tags zuvor hatten wir unsere Zug-Tickets gekauft und dabei schon recht erstaunt festgestellt, dass Sitzplätze selbstverständlich mit auf den Karten aufgedruckt waren - ohne Aufpreis! Die nächste Überraschung folgte, als wir am Bahnhof ankamen und eine lange Schlange vor jedem Gleis sahen: Gepäck- und Ticketkontrolle für alle Reisenden. Auch im Zug staunten wir nicht schlecht über die Beinfreiheit, die wir selbst in der Touristenklasse zur Verfügung hatten! Als dann noch eine Zugbegleiterin durch die Reihen ging und kostenlose Kopfhörer für das Fernsehprogramm an Bord verteilte, war unsere Begeisterung fast grenzenlos.
Knapp 4 Stunden dauerte die Fahrt durch die sich deutlich verändernde Landschaft - von Bergen und Palmen, über flaches Land mit Nadel- und Laubbäumen, zu sanften Hügeln mit großen Getreidefeldern.
In Madrid angekommen kämpften wir zunächst mit dem Automaten für Metro-Tickets, der unsere Kreditkarten nicht mochte. Wir fügten uns und bezahlten bar, damit es endlich weitergehen konnte; weiter hieß in diesem Fall zum Hostel, das wir reserviert hatten. Hier erlebten wir die nächste, sehr positive Überraschung: das Hostel war nicht nur recht günstig, sondern sehr sauber, mit eigenem Bad an unserem ganz süßen Zimmer, kostenlosem Internetzugang und Hotel-ähnlichem Zimmer-Aufräum-Service.
Da es zwischenzeitlich schon dunkel geworden war, gingen wir noch eine kleine Runde spazieren, erkundeten die schön beleuchtete Gegend um unser Hostel herum, und genossen das rege Treiben auf den Strassen.
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen des "Sightseeings". Nach einem ausgiebigen Frühstück (die Kellnerin war ziemlich verblüfft, als wir nach einem Toast tatsächlich noch einmal nachbestellten... diese Deutschen) starteten wir am Palast. Es war noch nicht viel los, für spanische Verhältnisse waren wir sehr früh unterwegs. Der Palast ist von außen nicht besonders prunkvoll, erinnert ein wenig an den Londoner Buckhingham Palace. Ganz anders, im Vergleich zur "Londoner Ausgabe", ist allerdigs, wie unwahrscheinlich nah man an den Palast herantreten darf. Bis ganz an die Tür durften wir dann aber doch nicht, dabei wollten wir doch nur eben schauen, was auf dem Klingelschild steht... Am nächsten Tag fanden wir heraus, dass man sogar in den königlichen Gärten spazieren gehen darf.
Unser Weg führte uns weiter an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten entlang; dem Plaza de Mayor, einem großen Marktplatz, der an allen 4 Seiten mit schönen Gebäuden umrahmt ist, weiter zum Plaza del Sol, DEM Mittelpunkt Madrids, wo sich nicht nur Alt und Jung trifft, in der Sonne sitzt, Musik macht oder zuhört, tanzt und einfach gute Laune hat, sondern wo sich auch der "Nullpunkt" Madrids befindet, der Kilometer "0", von dem alle Straßen sonnenstrahlenförmig abgehen. Hier steht auch das Wahrzeichen Madrids: ein Bär, der versucht, von einem Erdbeerbaum (ja, Baum!) zu naschen. Eine tolle Stimmung herrschte hier, es tummelt sich halb Madrid und gefühltermaßen alle Touristen auf diesem Platz.
Von dort aus ging es für uns weiter zur Gran Via, einer großen Querstrasse mit vielen Shopping-Möglichkeiten, wunderschönen Fassaden, die im Westen im Plaza de Espana endet, wo man eine riesige Statue von Don Quijote und Sancho begutachten (und fotografieren...) kann. Das östliche Ende der Gran Via markiert der Plaza de la Cibeles mit der Banco de Espana - beeindruckende Häuser, toller Brunnen und ein großer Kreisverkehr, an dem wir, wie an so vielen anderen auch, das "kreative Fahren" der Spanier beobachten konnten. Es hat uns immer wieder fasziniert, wie die Madrilenos es schaffen, gleichzeitig, nebeneinander z.B. aus der linken Spur nach rechts und aus der rechten Spur nach links abzubiegen. Kurz hupen reicht, es passiert nichts! Autofahren in Madrid dürfte für viele unsere Landsmänner (und -frauen) mehr als einen Herzinfarkt bereithalten. Abbiegen geht immer, egal aus welcher Spur, rote Ampeln zählen nur, wenn auch ein Fußgänger drüber will - sonst ist Anhalten bei Rot echt eine blöde Idee. Deshalb wird auch nach dem Motto "wer später bremst, ist länger schnell" erst kurz vor knapp (oder manchmal auch kurz dahinter, also schon auf dem Fußgängerüberweg) gebremst, und das auch aus der vollen Geschwindigkeit heraus. Und dies wiederum heißt nicht etwas 50km/h, wie eigentlich vorgeschrieben, sondern ein ganzes Stück schneller. Aber - und das haben wir hier inzwischen in so vielen Lebensbereichen gelernt - es ist egal! Niemanden stört es, also was solls! Sehr angenehm!!
Unsere Stadterkundung führte uns dann weiter zum Puerta de Alcala, einem großen Torbogen, der in keiner Weltstadt fehlen darf. Dieses Tor ist ganz in der Nähe des Parque del Buen Retiro "Park des Zurückziehens, des Ausruhens". Und hier ist der Name Programm: trotz buntem Treiben von Kleinkünstlern, unwahrscheinlich vielen Inline-Skatern, Spaziergängern und Booten auf dem kleinen See, der von Alfonso XII überblickt wird, kann man ruhige Plätzchen zum Entspannen finden, sich zurückziehen und einfach die Seele baumeln lassen.
Inzwischen war es später Nachmittag und wir wollten uns nun mit Giulio treffen. Giulio und Conni haben sich vor 5 Jahren bei einem Spanisch-Sprachkurs in Malaga kennen gelernt, damals bei der gleichen Gastfamilie gewohnt, über die Jahre zwar Kontakt gehalten, sich aber nie wieder getroffen. Es war für die beiden deshalb sehr schön, sich nach all der Zeit wieder zu sehen, und für die beiden Männer, sich kennen zu lernen! Ein sehr herzliches und freundschaftliches Treffen!
Zum Abendessen zog es uns dann in eine urgemütliche Tapas-Bar ganz in der Nähe unseres Hostels. Mit den leckeren, kleinen "Schweinereien" ging dieser Tag voller Eindrücke für uns zu Ende. Zwar hatten wir eigentlich geplant, noch eine nächtliche Tour durchs beleuchtete Madrid zu machen, jedoch machte uns der Regen, der nun einsetzte einen Strich durch die Rechnung.
Praktischerweise beschränkte sich der Regen fast nur auf die Nacht, so dass wir uns am Sonntag zum Frühstück in der Nähe des ersten "Programmpunktes" etwas suchen wollten, und auch fündig wurden. Allerdings zahlten wir für ein Frühstück ähnlich dem des Vortages sage und schreibe 4,60€! Und zwar insgesamt, nicht pro Person! Schön, spanisch zu sprechen und nicht in Bars für Touristen zu müssen, sondern mit den Einheimischen essen gehen zu können!
Der erwähnte Programmpunkt war im Übrigen "El Rastro", laut Reiseführer Europas größter Flohmarkt. Der Markt war auch groß! Allerdings hatten wir etwas anderes erwartet. Es war kein Flohmarkt, wie wir ihn verstehen, mit ausrangiertem Trödel, Second-hand-Dingen etc, sondern ein "normaler" Touristenmarkt, wie wir ihn z.B. von Moraira und Calpe kennen.
Durch ehemals maurisch-arabische Viertel, wo man den Einfluss noch immer sehen kann, ging es witer zu einem Viadukt, das uns dann zu den schon erwähnten königlichen Gärten führte. Ein Spaziergang war Pflicht! Und sehr schön!
Die nächste Station steuerten wir mit der Metro an: am Plaza de Colon, wo wir am Freitag abend schon schöne Nachtbilder gemacht hatten, wollten wir eigentlich im "Hard Rock Café" zu Mittag essen. Zum Glück hatten sie eine Stunde Wartezeit für einen Tisch, denn so kamen wir in den Genuss, in einem "Museo de Jamon", also einem Schinken-Museum zu essen. Das Essen hat nochmal so gut geschmeckt, umrahmt von Schinken, Würsten und Keulen, die überall um uns herum hingen.
Frisch gestärkt gingen wir dann zur Stierkampfarena, vor der gerade alles für den abendlichen Kampf bereit gemacht wurde. Der Plaza del Toros liegt in der Nähe unseres Hostels und so holten wir im Anschluss unsere Rucksäcke dort ab.
Unser vorletzter Weg führte uns dann zum Bahnhof. Der neuere Teil, von dem wir später auch abfahren sollten, ist ein normaler Bahnhof. Im alten Teil jedoch findet man eine grüne Oase! Palmen, Sträucher, ein kleiner Teich mit Schildkröten laden zum Entspannen und Auftanken vor oder nach der Reise ein! Auch von außen ist das Gebäude pompös und alles andere als ein gewöhnlicher Bahnhof!
Eigentlich wollten wir von hier aus noch in ein nahegelegenes Museum, das die letzten Stunden laut Aussage von Sebastians Mitbewohner kostenlos geöffnet hat. Leider sind diese letzten Studen am Sonntag nur bis 14.30h, es war zwischenzeitlich 18h... Beim nächsten Mal dann! Denn dass wir wieder kommen, stand recht schnell fest! So setzten wir uns die verbleibende Zeit im Park in die Sonne.
Viele weitere besondere Gebäude, die Unmengen von Kirchen (in Madrid kann man ziemlich sicher jeden Sonntag in eine andere Kirche zur Messe gehen und am Ende des Jahres nicht alle besucht haben), die Straßen-Namen, die auf Kacheln geschrieben und mit einem passenden Bild versehen sind, die erstaunlich sauberen Straßen, die netten Leute überall (die allerdings nie ausweichen - auch egal... ;-) all das, was wir noch gesehen haben und was Madrid für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis und die Stadt besonders schön und lebenswert erscheinen lässt, müssen wir Euch bei Gelegenheit mündlich erzählen. Es würde schlicht den Rahmen sprengen!
Unter einem perfekten Regenbogen hindurch trat unser Zug dann den Weg nach Alicante an, wo wir letzte Nacht wohlbehalten und glücklich über ein fantastisches Wochenende wieder angekommen sind!
Danke fürs Durchhalten beim Lesen! Wir hoffen, wir konnten Euch unsere Begeisterung für Spaniens Hauptstadt nahebringen!
Lasst es Euch gut gehen in dieser Woche, genießt den Feiertag! Wenn uns die Aschewolke keinen Strich durch die Rechung macht, erwarten wir Connis Eltern mit der anderen Oma und Sebastians Bruder Patrick mit seiner Freundin Nilay! Drückt uns die Daumen!
C&S
P.s.: Bilder im Text folgen noch! Diaschau rechts ist schon vorhanden!
P.s.: Bilder im Text folgen noch! Diaschau rechts ist schon vorhanden!
2 Kommentare:
Ein wirklich eindrucksvoller Bericht, der uns mehr als überzeugt hat, Madrid kennenzulernen, und zwar bald!!
Wir freuen uns auf Euch, bis morgen
MaPa
Hallo Ihr! Da krieg ich ja ganz Fernweh wenn ich das lese! Gute Zeit Euch miteinander, hoffe der Vulkan haelt ruhig! Liebe Gruesse, Uta
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