Ohje... gerade mussten wir an die Worte des ehemaligen Oberarztes von Conni denken, der meinte, er sei ja mal gespannt, wie lange wir das Schreiben in der Menge und Regelmäßigkeit durchhalten – und jetzt haben wir tatsächlich so nachgelassen und recht lang nicht mehr geschrieben. (Jonto, falls Du das liest: es wird wieder besser!)
Wir haben den letzten Eintrag beendet mit der Aussicht auf unseren Segelkurs (und von Falko gleich die Aufforderung bekommen, Bilder zu liefern – sie kommen heute!). Der Segelkurs war toll!
Am Samstag hatten wir recht ordentlichen Wind, wir haben einige Wende-Manöver gelernt und hatten richtig Spaß. Nach dem Segeln haben wir uns ins Auto gesetzt und sind nach Benidorm gefahren: die Stadt mit den meisten Hotelbetten in Spanien, dem größten Hotel Europas und ca. 1,2 Millionen Besuchern allein aus Großbrittanien jedes Jahr. Obwohl diese Hochhäuser-Skyline von der Autobahn aus betrachtet nicht wirklich einladend aussehen, waren wir neugierig und wurden positiv überrascht. Trotzdem alles sehr touristisch ist, macht es Spaß durch die Gassen zu gehen, der ellenlange Strand hat uns beeindruckt und die durchaus vorhandenen süßen, spanischen Ecken uns, und vor allem Connis Oma, sehr gefallen. Wobei es ihr auch die vielen, vielen Tauben angetan haben...
Der Sonntag Morgen stand wieder im Zeichen des Segelns, mit etwas weniger Wind haben wir unsere kleine „Prüfung“ gut gemeistert – unser Lehrer ließ sich ins Wasser fallen und wir mussten ihn retten. Schade, dass der tolle Kurs schon zu Ende war, aber Zeit für uns, den Sonntag Nachmittag mit Connis Eltern gemütlich in Moraira zu verbringen.
Die folgende Woche war unspektakulär wie immer – morgens arbeiten, nachmittags Strand oder gemütlich bummeln, mit den Mitbewohnern entspannt zusammen sitzen – wobei dies am Donnerstag abend nicht ganz so entspannt geklappt hat.
Für diesen Abend hatten wir beiden versprochen, zu kochen (es sollte typisch deutsche Schnitzel geben) und langsam war es Zeit, den Tisch zu decken. Plötzlich kam der Mann ins Wohnzimmer, gestürmt, wo Conni gerade deckte, und schimpfte mit uns allen. Nach einigem angestrengtem Zuhören fanden wir heraus, dass er uns beschuldigte, sein Geld und seinen Pass aus seinem Zimmer gestohlen zu haben, als 2 aus unserer Gruppe wegen des Routers in seinem Zimmer waren. Er steigerte sich immer mehr in diese Beschuldigungen hinein und selbst als er zunächst sein Geld und wenig später den Pass wieder fand, wurde er immer wütender, weil er annahm, dass einer von uns, während er mit den anderen schimpfte, die Sachen hinter seinem Rücken wieder zurück gelegt habe. Er wollte die Polizei rufen (was schon allein wegen seiner festen Überzeugung, dass alle Menschen Französisch sprechen sollten, nicht geklappt hätte), und wir hatten zwischenzeitlich den Besitzer unserer Wohnung angerufen, weil er sehr gut Französisch kann.
Unser Mitbewohner konnte und wollte sich nicht beruhigen – plötzlich lief er in die Küche, wo Sebastian kochte, und nahm sich die 2 größten Küchenmesser. Zwar ohne jemandem konkret zu drohen, aber dennoch auf uns gerichtet tobte er mit den beiden Messern weiter. Wir hatten kurzfristig wirklich Angst und riefen nocheinmal den Besitzer David, sowie die Polizei an.
Die Idee hatte David wohl auch, nachdem sich die Situation doch so dramatisch verändert hatte, und so standen kurze Zeit später 8 Polizisten bei uns im Wohungsflur. Schnell beruhigte sich der Mitbewohner, beschuldigte uns aber nach wie vor. Wir konnten der Polizei jedoch glaubhaft versichern, dass er mit 2 Messern umhergalufen war und relativ unberechenbar wirkte. Sie nahmen ihn mit in Polizeigewahrsam - wobei wir uns sicher sind, dass er zu Anfang nicht verstand, dass es darum ging, sondern dachte, er würde, um uns anzuzeigen, mit aufs Präsidium gehen. David, unser Vermieter, versprach uns, dass dieser Mann die längste Zeit bei uns gewohnt hat.
Als wir nach der Aufregung endlich unser Abendessen beginnen konnten, gab es natürlich kein anderes Gesprächsthema und es dauerte eine ganze Weile bis sich die größte Anspannung legte. Wobei es nicht nur Conni so ging, dass sie nachts bei jedem Geräusch (derer es dort viele gibt) hellwach im Bett lag und mit Herzklopfen lauschte, was draußen vor sich ging...
Zwischenzeitlich waren 2 der Mitbewohner zur Aussage auf dem Polizeirevier und vor Gericht. Da der Mann uns ja nichts wirklich getan hatte und zudem komplett leugnete, die Messer in der Hand gehabt zu haben, lag zu wenig vor, um eine Anklage zu erheben. Er wohnt nicht mehr da, das ist beruhigend.
Das Wochenende haben wir dennoch sehr gern nochmals in Moraira verbracht, am Samstag abend sind Connis Eltern und Oma wieder nach Hause geflogen und wir beiden verbrachten noch einen sehr gemütlichen und enstpannten Abend und Sonnatg vormittag mit Connis Bruder, bovor wir auch ihn zum Flughafen brachten.
Seit Montag abend haben wir schon wieder neuen Besuch: Sebastians bester Freund, Manuel, ist mit seiner Freundin Yvonne für 2 Wochen hier. Mehr zu unserer Zeit mit den beiden, Ausflügen und weiteren Bildern kommt demnächst!
Danke fürs lange Warten - wir hoffen, es hat sich gelohnt!
Bis bald (versprochen, bald!),
C & S
2 Kommentare:
ich weiß nicht was mir besser gefällt: die algerier-story oder die segel-fotos :) vielen dank für beides (schöne abend-unterhaltung)
Ja, super Bericht und tolle Fotos!
Eine gute Zeit mit Eurem Besuch
Ma
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