Montag, 29. März 2010

Leccion Uno: Primero Dia en la Clinica

Hola!

Um kurz nach 6 Uhr früh hat uns der Wecker erbarmungslos aus dem Schlaf gerissen, es war der Beginn unseres ersten Tages im Krankenhaus in Alicante. Doch bevor wir dort ankamen, lag noch ca eine Stunde Fahrt vor uns.

Bastis Tag:
Im Krankenhaus angekommen musste ich noch etwas warten, bis ich mich der für mich zuständigen Ärztin vorstellen und meinen ersten Arbeitstag beginnen konnte. Ich wurde sehr freundlich empfangen und sofort wie ein vollständiges Teammitglied behandelt.
Meine Tutorin hatte heute "Sprechstunde", was bedeutete, dass sie hauptsächlich Nachkontrollen bei schon operierten Patienten durchgeführt hat. Es waren lediglich 2 "neue" Patienten dabei, die noch nicht operiert waren, sondern die Entscheidung, ob operiert werden muss, noch ausstand.  Diese Tatsache hatte allerdings keinen Einfluss auf ihren Eifer mir viel zu zeigen und beizubringen. Sie war sehr bemüht um mich, hat mir zu jedem Patienten viel erzählt, mir die Krankengeschichte gegeben, damit ich mir die aktuelle Vorgeschichte aneignen konnte, und hat mich auch fast jeden Patienten selbst untersuchen lassen. Insbesondere sollte ich natürlich die Patienten untersuchen, bei denen etwas "auffälliges", vom Normalbefund abweichendes zu tasten war.
Am Ende des Arbeitstages war ich richtig erschöpft und geschafft. Erst da habe ich gemerkt, wie anstrengend es ist, wenn man sich die ganze Zeit sehr konzentriert, um die Sprache zu verstehen. Nicht ganz ohne Stolz kann ich aber von mir behaupten, den größten Teil wirklich einigermassen gut verstanden zu haben, auch wenn ich selbst noch nicht allzu viel gesprochen habe. 

Connis Tag:
Ich war vielleicht nervös! Im Gegensatz zu Sebastian hat mein Chefarzt nämlich nicht auf die email geantwortet, in der wir fragten, wann wir wo sein sollten. Auf Anraten von Anna-Lisa, der Komilitonin, die vor uns hier war, bin ich einfach um 8.30h zur Frühbesprechung der Internisten dort aufgeschlagen. Das war auch völlig richtig, hat sich aber am Anfang nicht so dargestellt, da mich zunächst - außer der sehr netten Sekretärin, die mir den Besprechungsraum zeigte - niemand wirklich beachtete. Erst am Ende der Besprechung kamen zwei Ärzte auf mich zu, meinten, sie seien für mich zuständig und nahmen mich mit. Eigentlich passt das ja zur spanischen Unkompliziertheit: bin ich da, ist es gut, bin ich nicht da, auch. Dennoch - für mich als Nicht-Spanierin - erstmal irritierend. Unser erster Weg führte uns dann (um dem internistischen Ruf auch gleich gerecht zu werden) zum Frühstück... ;-) Inzwischen war es ca. 9.45 und die mich betreuende Ärztin nahm mich mit in die Notaufnahme. Die Ärztin ist unheimlich nett, gibt sich eine riesen Mühe, mir alles zu erklären, geht mir größentechnisch allerdings bis ungefähr zwischen Bauchnabel und Brust - ich werde sicherlich in einigen Tagen Kreuzschmerzen haben, weil zu dem konzentrierten Zuhören leider eine recht leise Stimme der Ärztin kommt, die mich zwingen eher gebeugt zuzuhören.
Die darauffolgende Visite gestaltete sich auch eher (für unser Empfinden) ungewöhnlich: die Ärztin hatte auf 4 verschiedenen Stationen je einen Patienten zu visitieren. Ich bin noch nicht ganz hinter das System gestiegen, vermute aber, dass die Ärzte einfach immer den Patienten weiter betreuen, die sie aufgenommen haben.
Jedenfalls ging es mir sprachlich genau wie Basti: ich war erstaunt und stolz, wieviel ich verstanden habe, kam aber ins Stocken, wenn es darum ging, selbst zu formulieren. Deshalb habe ich auch dankend das Angebot abgelehnt, selbst eine Anamnese zu erheben... Man muss ja noch steigerungsfähig sein... ;-) 

Als wir dann beide zuhause waren, beide wie gesagt, recht erschöpft von den vielen neuen Eindrücken, dem konzentrierten Zuhören, und der Aufregung wegen der neuen Herausforderung, haben wir erstmal "Siesta" gehalten - wir können es nun wirklich nachvollziehen und verstehen, dass die Spanier die Siesta brauchen: den ganzen Tag Spanisch zu hören ist wirklich anstrengend!

Muchos besitos a todos,

C und S

Samstag, 27. März 2010

En Espana!

Freitag morgen, 4.15h. Unser Wecker klingelt. Eine Stunde später sitzen wir im Auto - irgendwie haben wir es im Halbschlaf geschafft, zu duschen, uns anzuziehen und zu frühstücken. Nachdem die letzten Kleinigkeiten im Auto verstaut sind, geht es endlich los. 
Zwischen dem Start und heute, wo wir im Sonnenschein auf der Terasse sitzend frühstücken, liegt ein langer Weg... ziemlich genau 1665 km Strecke.

Doch von vorn: Noch im Dunkeln, aber mit Vogelgezwitscher starteten wir also am Freitag morgen gegen 5.15 Richtung Straßburg. Im Schwarzwald säumten noch relativ viele Schneereste den Wegrand und das Thermometer zeigte Temperaturen nur wenig über 0° an. Durch die frühe Zeit hatten wir das Glück einen wunderschönen Sonnenaufgang zu erleben. Die ersten zwei Stunden fuhr Conni; nach der Grenze mussten wir die erste Pause einlegen, und nutzten die Gelegenheit, zu tauschen. Man merkte, ohne dass es eine wirklich Grenze gab, sehr schnell, dass es nun Frankreich war: Nicht nur die Straßenschilder waren enders, es fuhren andere Autos, die Parkplätze waren um einiges weniger sauber und auch die Straßen schienen uns nicht so gut.
Kaum hatte Sebastian das Steuer übernommen kamen wir in einen sintflutartigen Regen - während Conni auf dem beifahrersitz seelenruhig schlummerte, kämpfte er mit Aquaplanning und einer minimalen Sichtweite... Unser Weg führte uns an Dijon vorbei, von dort aus nach Lyon, wo es dann endlich immer besseres Wetter wurde. Nach 6 Stunden Fahrt legten wir den nächsten Fahrertausch ein, und Conni fuhr uns geradewegs ins gute Wetter! ;-) Bei Montpellier war das Wetter nicht nur hervorragend, wir sahen die ersten Möwen und Palmen - das Meer war nicht mehr weit!
Die nächste Grenze war, im Gegensatz zur deutsch-französischen, nicht nur deutlich zu erkennen, es gab sogar Grenzposten, die uns aber freundlich durchgewunken haben - wir scheinen wohl doch ganz vertrauenswürdig auszusehen!?
Nachdem die Fahrt - bis auf den Regen - ja bislang recht unspektakulär verlaufen war, hatten wir kurz vor Barcelona dann doch noch ein kleines "Abenteuer"... Dank des lustigen Spieles, das Rieke uns zur Unterhaltung geschenkt hatte, achtete Conni nicht mehr so ganz genau auf die Tankanzeige und wurde erst darauf aufmerksam, als das Tankreserve-Licht anging. Das Auto gab uns eine Reichweite von ca 55km an, von der wir annahmen, dass sie uns problemlos bis zur nächsten Tankstelle reichen würde. 
Es kam aber erstmal keine, und irgendwann zeigte das Auto keine km-Angabe mehr an, sondern nur ein recht beunruhigendes Bild eines Autos mit Zapfhahn, das gar nicht mehr weg ging... Zum Glück sahen wir ziemlich genau zu dem Zeitpunkt ein Schild am Strassenrand, das uns anzeigte, die nächte Tankstelle sei in etwa 1km. Prima - wir waren uns sicher, das zu schaffen. Wir hätten es auch völlig problemlos geschafft, hätte Conni nicht gerade an der Stelle, an der die Ausfahrt zur Tankstelle war, 3 Lastwagen überholt... Mist - also weiter, ganz langsam, Klimaanlage, Radio, alles ausschalten, was Energie braucht. Langsam wurde vor allem Conni panisch. Also zückte Sebastian das Navi, suchte die nächstgelegene Tankstelle - 7km, sagte das Navi. Nagut, das sollte wohl zu schaffen sein... Es kam aber keine!
Da wurde uns klar, dass das Navi nicht nur diejenigen anzeigte, die an der Autobahn liegen, sondern auch die, die etwas abseits der Strecke in Orten außerhalb der Autobahn sind. Da uns wirklich völlig egal war, von woher wir Benzin bekamen, haben wir das Navi so eingestellt, uns zur nächsten "gasolinera" zu führen - 2 km weit weg von uns sollte diese sein. Also runter von der Autobahn, rein in den Ort, immer den Angaben des Navis folgen - was das Navi nicht wusste, war aber, dass der Ort gerade großen Baumaßnahmen unterliegt und praktisch keine der Strassen, die unser liebes Navi kannte, noch in der Form existieren oder befahren werden durfte. Inzwischen wirklich ziemlich panisch, fragten wir dann einfach die nächstbesten Passanten, die wir sahen, 2 junge Leute, die so schnell sprachen, dass wir mehrfach nachfragen mussten. Unsere erste Bewährungsprobe für unsere Spanisch-Kenntnisse (sie haben sich nicht so sehr bewährt ;-)). ABER: Wir fanden die Tankstelle!! Und das Auto konnte voll gefüllt werden! Puh... vor Barcelona mit leerem Tank liegen zu bleiben, wäre echt blöd gewesen...
So konnte die Fahrt aber weiter gehen!
Nach ca 6 Stunden, die Conni dann auch schon wieder gefahren war, vertraten wir uns nocheinmal kurz die Beine, Sebastian setzte sich für die letzten Kilometer ans Steuer und fuhr uns sicher und schnell nach Hause - nach Hause, weil wir im Moment, bis wir in Alicante WG-Zimmer gefunden haben, sehr dankbar den Luxus genießen, im Ferienhäuschen von Connis Eltern sein zu dürfen.
Dort weckte uns heute morgen strahlender Sonnenschein, der Wind rauschte durch die Palmen, 17° im Schatten und der Blick aufs Meer... 
Gleich werden wir uns auf den Weg Richtung Calpe machen, um dort auf dem Markt viel frisches Obst zu kaufen. Danach gehts evtl weiter nach Alicante, wo wir Anna-Lisa treffen wollen, eine Kommilitonin, die gerade 6 Monate in Alicante verbracht hat und am gleichen Krankenhaus gearbeitet hat, an dem wir ab Montag sein werden. Tipps und Ratschläge kann man ja immer brauchen!

Bis zum nächsten Mal schicken wir Euch sonnige Grüße und wünschen allen ein schönes Wochenende!

C und S

Sonntag, 21. März 2010

Die Abreise naht

So ihr Lieben,
in wenigen Tagen ist es so weit, dann begeben wir uns wieder auf eine längere Reise. Beginnen wird das Abenteuer nicht mit dem Flugzeug, wie man es bei so einer langen Strecke erwarten würde, sondern mit einem Road-Trip im Auto. Auch wenn es eine lange Fahrt werden wird, so freuen wir beide uns darauf durch uns bisher unbekannte Landschaften und Teile Europas zu fahren und dabei so viele Eindrücke (und Bilder) wie möglich mitzunehmen!

Sobald wir dann an unserem Ziel angekommen sind, werden wir uns natürlich wieder bei euch melden und euch von den Erlebnissen während unseres Road-Trips berichten. Selbstverständlich werden auch diesmal die Diaschauen mit einer ersten Fotoauswahl nicht fehlen!

Wie immer freuen wir uns natürlich auch über (hoffentlich) zahlreiche Kommentare aus der Heimat und der ganzen Welt.

Un cordial saludo!